I am happy

Wer in Kapstadt sagt, er fahre nach Delft, wird angestarrt wie jemand, der zu einer Fahrradtour durch ein Minenfeld aufbricht. Delft ist eines der gefährlichsten Townships der Stadt. Wer hier wohnt, verriegelt mit Einbruch der Dunkelheit seine Türen. Für 150 000 Menschen ist das Leben in Delft harte, unromantische Realität. „Coloureds” (Farbige) und „Black Africans“ (Schwarze) leben nebeneinander und das selten friedlich. Schlechte Schulen, hohe Arbeitslosenzahlen, HIV und Drogen bescheren den Bewohnern ein Leben, in dem die Angst wie eine gewitterschwere Wolke über den Häusern hängt.  Und doch ist es in Delft wie überall auf der Welt: Auch in dieser unwirtlichen Gegend finden sich Momente des Glücks.

Sabelo Maku lebt hier mit seiner Familie in einem kleinen Haus in Delft. Er gehört zu den Menschen, die ihre Türen abends gern mal offen lassen und Freunde zum Grillen einladen. Und zum entscheidenden Gruppenspiel der Südafrikaner gegen Uruguay währen der WM 2010 sind Kai und ich zu Gast – als klar ist, dass die Mannschaft aus dem Turnier fliegt, fangen Sabelo und seine Freunde an zu singen. Ein Spaziergang nach dem Spiel illustriert, warum er vorher am Grill zu uns sagt, dass es keine gute Idee sei, als Weißer allein durchs Township zu wandern. In einer Welt, in der viele das Gefühl haben, sich das, was ihnen das Leben vorenthält, mit Gewalt holen zu müssen, steckt sogar im Besuch des nahegelegenen Kiosks eine ernste Gefahr.

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